Saisonstart endet drei Scores vor dem Sieg

Das Kunstturnteam Exquisa Amper-Würm unterliegt in Friedberg bei Augsburg dem Team des TSV Friedberg nach einem spannenden Wettkampf mit 50:52 Score Points. Die Aufholjagd der Gäste scheiterte mit den letzten Übungen am Reck knapp.
Die vier Duelle am Boden brachten ein Unentschieden: Christoph Schwaiger als Startturner der "Exquisas" musste sein Duell "abgeben", Alexander Giebhardt und Jakob Paulicks holten dafür volle Punkte zurück. Sebatian Mirz, der das vierte Duell eröffnete, konnte mit einem tollen Doppelsalto gleich alle Aufmerksamkeit auf sich lenken, in der folgenden Akro-Verbindung stürzte er jedoch und auch die letzte Bahn gelang ihm an diesem Tag nicht fehlerfrei. Leichtes Spiel für Christof Walter, Kapitän und Zugpferd der Gastgeber. Er turnte die schwierigste Boden-Übung und brachte sie mit seiner Bundesliga-Routine auch sicher bis zum Schluss. Somit ging auch für dieses Duell das Maximum von fünf Score Points (sie bewerten den Leistungsunterschied der jeweils zwei gezeigten Übungen) auf das Friedberger Konto und der Gerätestand lautete 10:10.

Die Fortsetzung des Wettkampfs am Seitpferd zeigte zahlreiche Instabilitäten beider Mannschaften. Das ist zwar wenig verwunderlich zum Beginn der Saison, doch nach den für das Jahr 2006 verschärften Wertungsvorschriften kommen diese den Turnern teuer zu stehen. Dabei zogen die Exquisas erfolgreich die "Standard-Taktik" der Ligawettkämpfe: "Stabile Turner ranlassen, wenn man selbst vorlegen muss": Sebastian Braumiller, der letztes Jahr schon zum "Stabilo-Boss" des Teams geworden war, turnte seine Übung durch, sein Kontrahent konnte nicht mithalten und gab vier Scores ab. Ralf Johannsen, Exquisa Kapitän dieses Tages, steuerte im gleichen Fahrwasser und beeindruckte ebenfalls die Gegner, so dass deren Turner (ein schwächerer Turner) ebenfalls nicht mithalten konnte und fünf Scores an Ralf abgeben musste. Friedberg war nun mit dem Vorlegen dran und konnte mit Markus Bernhard, dem Leistungsträger aus Prittriching, und wieder Christof Walter zwei gute Turner ins Rennen schicken. An ihnen scheiterten leider Sebastian Mirz, der nicht ohne Absteiger durchkam, und Michi Bastier, der Neuzugang im Team Exquisa Amper-Würm - er hätte sich gerne anders ins Team eingeführt. Das Gerät endete somit mit 9:10 Scores für die Friedberger, sie führten mit einem Punkt. An den Ringen kamen die Exquisas nicht so recht in Tritt, sie konnten die Kampfrichter nicht überzeugen, was dazu führte dass sie alle Duelle abgeben mussten. Das war so nicht geplant: sogar Ringe-Routinier Ralf war überrascht, er wollte doch quasi "wie in alten Zeiten" seine Stützwaage deutlich hoch ansetzen, damit sie auch sicher nicht "reingemogelt" wirkt. Doch die Kampfrichter mussten anders werten: "hoch rein ist falsches Teil" - die Übung war fast schon "futsch".

Wende nach der Halbzeit? Die Exquisas wollten es und zeigten Sprungtechnik aus dem Bilderbuch: Günter Schulmayr begann mit Überschlag plus Schraube. Und schrauben kann er, der dritte der Senioren-Weltmeisterschaften im Wasserspringen. Alex, Christoph und Sebastian Mirz legten mit Tsukaharas in exakt gestreckter Ausführung nach. Bis auf Sebastian Mirz, der einmal mehr an Christof Walter scheiterte, holten alle ihre Duelle sicher nach Hause und die Aufholjagd lief gut! Und so ging's am Barren weiter: Sebastian Braumiller und Günter Schulmayr konnten jeweils die vor ihnen turnenden Friedberger toppen und Sebastian Mirz legte stark genug vor, um auch seinem Gegner keine Chance zu lassen. Jakob war der Blickfang am Barren, er turnte als einziger Riesenfelge und "Moy-Stemme", da hat er seinem Vereinskameraden und Nationalturner Marcel Nguyen wohl einiges abgeschaut. Doch auch ihn toppte Christof Walter und bremste die Aufholjagd der Exquisas.
Mit Gleichstand ging's an das letzte Gerät, an das Reck. Alex bemühte sich und musste doch drei Scores hergeben. Sebi "verbaute" zwar seine Übung etwas und brach seinen Doppelsalto Abgang ab, was ihn aus über drei Metern Flughöhe flach auf den Rücken legte. Der Schreck in der Halle war groß, doch Matte und eigene Muskulatur gut genug um ihn verletzungsfrei aufstehen zu lassen. Für den Sieg im Duell reichte seine Leistung noch deutlich. Jakob hatte dann beim Angang Probleme und musste sich durch seine Übung kämpfen, das kostete entscheidende Scores. Denn Christof, der Friedberger, ließ Christoph, dem Exquisa, wieder keine Chance und holte noch mal fünf Scores heim. Und damit war der Wettkampf um die Winzigkeit von zwei Scores für die Exquisas verloren.

Nun heißt es, schnell die Tränen zu trocknen, aus den Fehlern zu lernen und am nächsten Samstag daheim in Unterhaching stabiler aufzuturnen, wenn die TG Allgäu zur zweiten Regionalligabegegnung anreist. Spannend hatten es die Exquisas ja diesmal schon gemacht, mit stabileren Leistungen wollen sie daheim die Gäste empfangen, turnende und hoffentlich auch zahlreiche zuschauende Gäste. Zusätzliches Zuckerl: der Wettkampf findet in Unterhaching im "neuen Turnparadies" statt:

Samstag, 14. Oktober 2006 gegen die TG Allgäu

Einturnen 15.00 Uhr, Wettkampf 16.00 Uhr bis ca. 18.30 Uhr
in der Sporthalle Unterhaching im Utzweg in 82008 Unterhaching

Klaus Schneider